Dramatherapie arbeitet vor allem mit dem Paradox der Annäherung durch Distanzierung. Im dramatherapeutischen Prozess wird der Verfremdungseffekt genutzt, der durch die Befassung mit fiktiven Situationen und Rollen entsteht. Die Teilnehmenden experimentieren mit fiktiven Geschichten (selbst kreiert oder vorgefunden). Dies führt sie spielend zu Einsichten, die ihnen verwehrt bleiben, wenn sie zu nah an den Alltagssituationen bleiben, die sie beschäftigen. Die dramatherapeutischen Verfahren ermöglichen es, Gleichgewichte optimal zu gestalten, und fördern Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit, soziale Kompetenz und Konfliktverarbeitung.
Als besonders hilfreich erweist sich dieser auf Spiel, metaphorischen Bezügen und Geschichten basierende Ansatz dort, wo der Kontakt mittels verbaler Therapien schwer herzustellen ist. Weitere Vorteile des Ansatzes sind die spielerische Ausrichtung und die interpretationsfreie Vorgehensweise, die Ängste überwinden hilft und das zur Meisterung des Lebens notwendige kreative Potential bei Einzelnen und Gruppen freisetzt.
Dramatherapie wird unter anderem in der Psychiatrie, in Institutionen für Menschen mit einer Behinderung, Spezialschulen, Tageszentren, Gefängnissen, in der privaten psychotherapeutischen Praxis und in Supervision, Beratung und Coaching eingesetzt. Sie kann sowohl im Gruppen- wie auch im Einzelsetting stattfinden und ist für alle Altersgruppen geeignet.
Theoretische, methodische und praktische Aspekte der Dramatherapie lassen sich mit anderen Psychotherapie-Ansätzen kombinieren.
Mehr Information finden Sie in:
Sue Jennings, Introduction to Dramatherapy, Jessica Kingsley Publishers, London 1998.
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Elektra Tselikas-Portmann (Hg.), Supervision and Dramatherapy, Jessica Kingsley Publishers, London 1999.
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